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Dietmar Dath: Gentzen oder: Betrunken aufräumen

Warum leben wir bisher noch nicht in der Welt, in der wir leben könnten, wenn wir die technischen Mittel, über die wir verfügen, zum Wohle aller einsetzen würden?

Über diese Frage schreibt Dietmar Dath in seinem neuen Roman Gentzen oder: Betrunken aufräumen. Sein Personal besteht neben dem Mathematiker »Gerhard Gentzen / Deutsches Genie« unter anderem aus »Dietmar Dath / Unfertige Idee«, »Jeff Bezos / Geldheini«, »Lady Gaga / Amerikanische Sängerin«, »David Hume / Aufklärer«, »Eine schiefe Tante / Sehr seltsam« und »Whisky und Whiskey / Zwei überwiegend gute Geister«. In diesem soeben bei Matthes und Seitz erschienenen Buch geht es also um alles mögliche beziehungsweise alles, was möglich ist. Leicht zu lesen ist das nicht; aber von einer Gesellschaft, die wir noch nicht kennen, lässt sich anders auch gar nicht erzählen.

 

Peter Hacks: Woher kommt die viele Dummheit auf die Welt?

Briefe an Hansgeorg Michaelis 1944-1998

»Gott schenke Dir altem Erznazi politische Vernunft (notfalls auf Kosten Deiner Gesundheit), lebe wohl, Dein Peter«, schrieb Peter Hacks am 13. Januar 1955 seinem Freund Hansgeorg Michaelis. Die beiden hatten sich 1943 auf dem Gymnasium »Zum heiligen Geist« in Breslau kennengelernt, wo der 15jährige Hacks die Fraktion der »Antinazis« anführte. Seit dieser Zeit waren sie enge Freunde und schrieben sich von 1944 bis 1998 verletzend ehrliche und witzige Briefe über Literatur, Liebschaften, Geldmangel, Anzughosen, Unpässlichkeiten und vor allem über die Unterschiede von Ost- und Westdeutschland. Denn während Hacks 1955 in die DDR übersiedelte, lebte Michaelis im Westen und war zunächst im Versandbuchhandel und dann in der Marktforschung tätig. Immer wieder ärgerte sich Hacks über die politische Dummheit des Freundes: »Für Deine blöden Späße, unverstandenen Marxismus betreffend, bedanke ich mich auch. Wenn Du den Dreigroschenroman stiehlst, greifst Du nicht das Eigentum an, sondern bestenfalls meines (denn Du willst ihn ja behalten); mein Eigentum ist aber immer noch sehr viel besser als jedes andere. Außerdem solltest Du dämlicher Tropf wirklich wissen, dass, wenn von Eigentum die Rede ist, von Kapital die Rede ist, und nicht von Kaktussen, Nüssen oder Unterhosen.« Dieser Briefwechsel erscheint jetzt unter dem Titel Woher kommt die viele Dummheit auf die Welt? im Eulenspiegel-Verlag.

Gisela Elsner: Das Berührungsverbot

»Licht aus, Hüllen fallen lassen, los!«

Wenn der deutsche Spießer sexuelle Befreiung spielt, wird’s düster auf seinem Exerzierplatz. Gisela Elsner kannte die deutsche Nachkriegsgesellschaft und hatte das notwendige analytische und sprachliche Instrumentarium – sie war Kommunistin, Feministin und Antifaschistin –, um sie angemessen zu porträtieren. Voller Abscheu sezierte sie die Brutalität, mit der ihre Landsmänner und -frauen alles quälten, was das Pech hatte, ihnen in die Quere zu kommen. In ihrem 1970 erschienenen Roman Das Berührungsverbot lassen vier Ehepaare der Nazikindergeneration so die Sau raus, dass dem Leser jede Lust auf alles vergeht. Bei all dem Betatschen und Begrapschen, Zurschaustellen und Entziehen wird das Berührungsverbot letztlich aufrechterhalten: Intimität und Lust kommen dabei nirgends auf. Anlässlich seines 50. Jubiläums ist im Verbrecher-Verlag eine Neuauflage des Romans mit einem Nachwort von Veronika Kracher erschienen.

 

Tom David Uhlig / Eva Berendsen / Katharina Rhein (Hg.): Extrem unbrauchbar

Über Gleichsetzungen von links und rechts

»Es gibt sie in jeder Stadt. Linke Zentren, in denen Chaos-Anarchisten ihre nächsten Bluttaten planen. Wo obszöne Graffitis die Bemühungen der SPD verhöhnen, wo laute Musik bis hart an die Grenze zur Sperrstunde gehört wird, wo verbotenes Schrifttum wie konkret ausliegt«, zitiert sich konkret-Autor und Ex-»Titanic«-Chefredakteur Leo Fischer in dem nun erschienenen, von Eva Berendsen, Katharina Rhein und Tom David Uhlig herausgegebenen Band Extrem unbrauchbar. Über Gleichsetzungen von links und rechts. Wen dieser »offene Brief eines besorgten linken Publizisten, kurz nach den G20-Protesten im Szeneflugblatt ›Taz‹ veröffentlicht«, nicht davon überzeugt, dass links gleich rechts ist, der wird auch am Rest des Buches seine Freude haben: Hier wird systematisch und restlos destruiert, was im bürgerlichen Jargon gern großkotzig Extremismustheorie genannt und stets bemüht wird, wenn es darum geht, Rechtsextremismus auf Kosten von Linksextremismus zu verharmlosen.

Konditionen:

Mindestbezugszeitraum: 12 Monate. Ein Abonnement verlängert sich jeweils um 12 Hefte, wenn es nicht 6 Wochen vor Ablauf des Vertragszeitraums schriftlich gekündigt wird.

Der Versand innerhalb Deutschlands erfolgt frei Haus. Im europäischen Ausland fallen jährlich Versandkosten in Höhe von 11,64 € an, weltweit belaufen sich die Versandkosten pro Jahr auf 34,92 €. Daraus ergeben sich folgende Gesamtpreise für ein Jahresabonnement:

Normales Abo

Normalbestellerinnen zahlen für das Jahresabo 58,- € bzw. 69,64 € in Europa und 92,92 € weltweit.

Ermäßigtes Abo

Mit Prämie: Das ermäßigte Abo kostet mit Prämie pro Jahr 48,- € bzw. 59,64 € in Europa und 82,92 € weltweit.

Ohne Prämie: Im ersten Jahr bezahlen Schülerinnen, Studentinnen, Auszubildende und Hartz-IV-Bezieherinnen für ein Abo ohne Prämie ermäßigt nur 38,- € bzw. in Europa 49,64 € und im Rest der Welt 72,92 €. Nach dem ersten Jahr kostet das ermäßigte Abo dann 48,- € bzw. 59,64 € in Europa und 82,92 € weltweit.

Wer das ermäßigte Abo beziehen möchte, sendet uns bitte per Post oder E-Mail einen gültigen Nachweis (dieser muss jeweils nach einem Jahr unaufgefordert erneuert werden).

Solidaritäts-Abo

Durch Soli-Abos wird zum Beispiel die kostenlose oder vergünstigte Auslieferung an Infoläden, Gefangene und Arbeitslose gewährleistet, die sich den regelmäßigen Konsum von konkret sonst nicht leisten könnten. Das Soli-Abo kostet 72,- € bzw. in Europa 83,64 € und 106,92 weltweit.

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