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Prämien & Preise
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Unsere aktuellen Prämien:
DVD 6 Jahre, 7 Monate & 16 Tage Die Morde des NSU 2 CDs - Political Science
6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage lang ermordete und terrorisierte der »Nationalsozialistische Untergrund« (NSU) Migrant*innen – völlig unbehelligt vom Staat und seinen Institutionen. Regisseur Sobo Swobodnik arbeitet diese unvergleichliche Mordserie auf und versucht sich der Perspektive der Angehörigen zu nähren – sein Film erhielt dafür den Dokumentarfilmmusikpreis des DOK.fest München.
Horst Tomayer/Ernst Kahl: German Poems
Jubiläumsausgabe der legendären German Poems von konkret-Hausdichter Horst Tomayer, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag gefeiert hätte
»Horst Tomayer hat sich um das deutsche Gedicht verdient gemacht.« Robert Gernhardt
»Seit Dezennien leuchtet mir der deutsche Dichter Tomayer durch alle Finsternisse.« Hermann Kant
»Denn Dein ist der Reim und die Kraft und die Fröhlichkeit in Ewigkeit« F.W. Bernstein
»Tomayer, gepriesen seien Und der Nachwelt aufbewahrt Deine laxen Litaneien: Polternd, tänzelnd, winterhart.« Marco Tschirpke
»Wer so exzellent dichtet, der hat in Deutschland sein angeborenes Recht auf hochdotierte Literaturpreise verwirkt.« Hans Mentz, Titanic
Lisa Geffken/Nikolas Lelle: Warum man Israel nicht hassen muss, um zu den Guten zu gehören
Kann man nicht von der akademisch gut ausgebildeten Linken fordern, fragte der Auschwitz-Überlebende Jean Améry 1976, »dass sie Verständnis aufbringe für die Lage einer seit zwei Jahrtausenden erniedrigten Menschengemeinschaft?« Wir denken fast 50 Jahre später: man kann. Weiterhin.
Seit dem 7. Oktober 2023 breitet sich unter israelsolidarischen Linken vor allem ein Gefühl aus: Einsamkeit. Wo einst ein gemeinsames Verständnis darüber herrschte, dass Antisemitismuskritik zu progressivem Selbstverständnis und kritischer Gesellschaftstheorie dazugehört, herrschen heute Unsicherheit, Sprachlosigkeit oder gar Feindseligkeit. Wer Israel nicht hasst, gilt plötzlich als verdächtig, manchen gar als gefährlich.
Der jetzt im Verbrecherverlag erschienene Band Warum man Israel nicht hassen muss, um zu den Guten zu gehören versammelt Stimmen, die der Vereinzelung etwas entgegensetzen. Aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen Autor*innen, dass ein solidarischer und empathischer Umgang mit Israel kein Widerspruch zu linken Werten ist, sondern deren konsequente Fortsetzung. Die Texte handeln vom Ringen um Haltung und bezeugen, dass der Einsatz gegen Antisemitismus ein Prüfstein jeder emanzipatorischen Idee bleibt.
Klaus Bittermann: Sehnsucht nach dem Untergang
Es ist nicht mehr der Einzelne, sondern ein halbes Wählervolk (zumindest im Osten des Landes), das sich erfolgreich damit beschäftigt, den Wahn in die Wirklichkeit einzuschreiben. Wenn aber der Wahn die Massen ergreift, dann wird er zur Normalität, die in eine neue Ordnung gegossen wird und der alle verpflichtet sind.
Jenseits der offensichtlichen Tatsache, dass die AfD wegen ihrer Homophobie, Ausländerfeindlichkeit, ihrer völkischen und nationalistischen Einstellung gewählt wird, gibt es ein irrationales Moment im Verhalten des Wählers, das häufig mit Protest verwechselt wird, aber darauf abzielt, die parlamentarische Demokratie abzuschaffen, von dem die Wähler zum großen Teil profitiert haben. Die AfD steht für eine Abschaffung demokratischer Errungenschaften, für eine Kleptokratie und für ein völkisches Gemeinwesen. Sie ist ein vollkommener Anachronismus in Zeiten des entgrenzten Neoliberalismus. Was aber bringt den sogenannten mündigen Wähler dazu, gegen die eigenen Interessen zu handeln?
Klaus Bittermanns jetzt im Tiamat-Verlag erschienener Band Sehnsucht nach dem Untergang. Über die wahnhafte Entwirklichung der Wirklichkeit. Ein Psychogramm des rechten Wählers liefert eine polemische und ernsthafte Analyse des Wählervolks, das in Verfassungsfeinden und Rechtsextremen seine Hoffnung und Erlösung sucht und zielstrebig daran arbeitet, das Land zu demolieren. Die Wähler sehen in der AfD den Vollstrecker ihrer ressentimentgeladenen Rache für vermeintliche Benachteiligung, für ihre Lust am Untergang. Sie wollen keine politische Veränderung, sie wollen Chaos, um sich für alles zu rächen, was sie als persönliche Kränkung empfinden. Die AfD zu wählen zeugt von der Zurückgebliebenheit eines Bewusstseins, das in der Abschaffung der letzten demokratischen Strukturen seine Befriedigung findet.
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